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Besuch Alex Deutsch

Alex Deutsch: Einer der letzten Zeitzeugen aus Auschwitz an der IGS Dillingen


Nach der ausführlichen Behandlung des Themas „Judenverfolgung“ an der IGS Dillingen im 9. Jahrgang, wollten die Schüler und Schülerinnen wissen, wie es war, als Jude in dieser Zeit zu leben. Aus diesem Grund kam einer der letzten Überlebenden von Auschwitz, der 96jährige Alex Deutsch, im vergangenen Halbjahr zu zwei Veranstaltungen, an denen jeweils 2 Klassen teilnehmen konnten, an unsere Schule.

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Er erzählte über sein Leben als Jude in dieser Zeit: Alex Deutsch wurde am 7. August 1913 in Berlin geboren und hatte 7 Geschwister. Durch den Krieg und den Einzug des Vaters zum Militär konnte die Mutter nicht alle Kinder versorgen. Alex Deutsch und sein jüngerer Bruder kamen ins jüdische Waisenhaus. Mit 15 begann er eine Lehre als Bäcker, die ihm vom Waisenhaus aufgezwungen wurde. Nach der Lehre wollte er als Bäcker in Berlin arbeiten. Gleichzeitig bewarb er sich an der Berufsschule um eine Weiterbildung zu machen. Doch als Jude durfte er ab 1936 weder die Berufsschule besuchen, noch als Bäcker arbeiten. In der Zwischenzeit hatten einige seiner Geschwister und seine Mutter Deutschland verlassen und waren in die USA geflüchtet. Nun begann für ihn die schrecklichste Zeit seines Lebens, der Terror des NS-Regimes. Trotz dieser Zeit heiratete er seine erste Frau Thea Cohn. Um die Jahreswende 1938 / 1939 fing für ihn die Zwangsarbeit in der Kohlefirma Ludwig an. Am 12. Oktober kam sein Sohn Dennis zur Welt.
Am 27. Februar 1943 wurde er verhaftet und mit dem 33. Berliner Osttransport zwei Tage später mit ca. 1730 Personen nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Nach der Ankunft wurden sie getrennt: Männer, Frauen und Kinder; später in arbeitsfähig und nicht arbeitsfähig unterteilt. Die Arbeitsfähigen wurden in das Arbeitslager der IG-Farben Chemie in Auschwitz-Monowitz gebracht. Das Motto dieser Arbeitslager war: Vernichtung durch Arbeit. Die Übrigen wurden direkt in die Gaskammern geschickt. Im Arbeitslager wurde ihnen Häftlingskleidung ausgehändigt und eine Nummer eintätowiert, die ihren Namen ersetzte. Etwa 14 Tage später erfuhr Alex Deutsch, dass seine Frau und sein Sohn am Abend vor seiner Verhaftung mit dem 32. Transport ins Lager gekommen und direkt vergast worden waren.
Die Zustände im Lager waren unmenschlich. Es herrschte qualvolle Enge, extremer Nahrungsmangel und unhygienische Zustände. Durch Schwarzhandel mit den Fabrikarbeitern konnten einige überleben. Am arbeitsfreien Sonntagnachmittag wurden die über die Woche verhängten Strafen vollzogen, die schon für kleinste Vergehen vergeben wurden.
Am 18. Januar 1945 wurden die Arbeitsfähigen abkommandiert zum Lager Gleiwitz, während die Übrigen im Ungewissen zurückblieben. Der Fußmarsch nach Gleiwitz wurde für viele ein Todesmarsch: Wer nicht mehr konnte, wurde zum Sterben liegen gelassen. Eingepfercht in Güterwaggons ging es von Gleiwitz ins Lager Buchenwald. Dort angekommen wurden sie in Desinfektionskammern geschickt, wobei sie dachten es wären Gaskammern. Sie hatten Todesangst, doch es waren glücklicherweise nur Duschen. Ab dem 19. März arbeiteten sie in Magdeburg bei der Trümmerbeseitigung. Bei Fliegeralarm mussten sich die Juden in den Ruinen verstecken, während sich der Rest der Bevölkerung in Bunkern schützen konnte. Am 15. April flüchtete die SS und die Juden versteckten sich in den Trümmern des Lagers aus Angst, erschossen zu werden. Als die Essenvorräte zu Ende gingen, schickten sie einen Mann, als Verwundeten getarnt, um Essen zu besorgen. Dieser kam mit amerikanischen Soldaten zurück. Von den Amerikanern bekamen sie Registrierungskarten. Von diesem Augenblick an waren sie wieder Menschen und durften zurück in ihre Heimat.
Heute lebt Alex Deutsch mit seiner 3. Frau Doris in Neunkirchen/Saar. Zurückblickend sagt er heute über diese Zeit: Er hat vergeben, aber vergessen kann er nichts. Neben dem vielen schlimmen Erlebnissen durfte er erfahren, dass auch deutsche Menschen geholfen haben.

Seine Bitte an die jungen Menschen lautet: Lasst euch nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen! Lernt, miteinander zu leben und nicht gegeneinander!

Verfasst von: Julia Erlacher, Nadine Kohlmaier, Manuel Kolz und Marie Weber, 9f1.

 

 

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